Geschichtlicher Hintergrund

"Sinti und Roma" ist in der Bundesrepublik die offizielle Bezeichnung des Volkes, das viele unter dem Namen "Zigeuner" kennen. In Deutschland möchten die meisten Angehörigen dieser Minderheit nicht "Zigeuner" genannt werden da dieser Begriff durch Diskriminierungen in der Zeit des Nationalsozialismus politisch belastet ist.

 

Er wird von den Sprachwissenschaftlern meist entweder von dem persischen Wort "Ciganch" (Musiker Tänzer) oder dem byzantinischen Wort "Atciganoi" (Unberührbare) abgeleitet. In Rumänien, Ungarn und anderen Ländern ist die Selbstbezeichnung "Zigeuner " hingegen gebräuchlich.

 

In Deutschland ist der Begriff etwa seit dem 15. Jhd in Gebrauch. Zu dieser Zeit wurde die ungebundene Lebensart und Nomadentum damit bezeichnet. Erst ab dem 18. Jhd. wird dieser Begriff in ein diskriminierendes Licht gerückt.

 

Die Vorfahren der Sinti und Roma lebten in einem Gebiet das heute als Indien und Pakistan bekannt ist. Im 9. und 10. Jhd. wurden sie während der Eroberungsfeldzüge der Perser verschleppt und als Sklaven in der östlichen Welt verkauft. Etwa im 12. Jhd. flohen die Menschen aus der Sklaverei in Richtung Westeuropa.

 

Gegen Ende des 14. Jhd. kamen die Sinti nach Deutschland. 1407 werden sie zum ersten Mal in Hildesheim schriftlich erwähnt.

 Anfänglich wurden für sie Schutzbriefe von Kaiser und Landesherren ausgestellt, doch ab 1496 wurden sie durch die Reichstage in Lindau und Freiburg als angebliche Verräter der Christenheit, Hexerei und Überträger der Pest für Vogelfrei erklärt.