Wir fertigen Schuhe in unterschiedlichen Macharten, bevorzugt natürlich wendegenäht.

 

Die Schäfte werden von uns per Hand modelliert, aus dem Leder geschnitten und vernäht. Die Laufsohle wird auf den Leisten genagelt, der Schaft aufgezwickt und mit der Sohle vernäht. Am Ende wird der Schuh vom Leisten genommen und gewendet.

 

Bedingt durch die wendegenähte Machart, kann so ein Schuh nur aus relativ weichem Leder gemacht werden, damit man ihn nach dem ausleisten noch wenden kann. Als Schaftleder wurde meist feineres Ziegenleder verwendet, für die Laufsohle hat man festes Rindsleder benutzt.

 

Schuhe waren zu dieser Zeit ein Verschleißprodukt. Eine Person hat jährlich mehrere Paar Schuhe verbraucht. Das einfache Volk ließ sich diese oft mehrmals vom Flickschuster oder Altmacher reparieren bevor sie sich wieder neue kauften. Bessergestellte ließen sich ihre Schuhe regelmäßig vom Schuhmacher neu anfertigen.

 

 


 

Hier eine kleine Auswahl an verschiedenen Modellen:

 

 

 

Der Schuhmacher und sein Wappen

 

Als eines der ältesten Zunftzeichen überhaupt gilt heute das der Schuhmacher.

1370 verlieh Kaiser Karl IV. dem deutschen Schuhmacherhandwerk das Recht, für ewige Zeiten den kaiserlichen Doppeladler als Wappen und Siegel zu führen – ein Zeichen des Dankes für die heldenhaften Taten des Schuhmachergesellen Hans Sagan.

Am 17. Februar des Jahres 1370 kämpften in der Nähe von der Ortschaft Rudau bei Königsberg im Samland (Ostpreußen) der deutsche Ritterorden unter dem Befehl des Hochmeisters Winrich Knieprode gegen die Russen und Litauer, deren Anführer Algirdas und Keistut waren. Auf dem Höhepunkt des blutigen Kampfes, der unter der Bezeichnung "Schlacht bei Rudau" in die Geschichte einging, schien das Kriegsglück den Ritterorden verlassen zu haben, die Kämpfer wichen vor der immer stärker werdenden Übermacht zurück. Da als die Schlacht schon verloren gegeben wurde, riss einer der jüngsten, aber kühnsten Soldaten (er war von Beruf Schuhmachergeselle) die Fahne mit dem kaiserlichen Wappen an sich und stürmte erneut dem Feind entgegen, seine Kameraden mit sich nach vorne reißend. Nach weiteren harten und den Feind zurückdrängenden Kämpfen wurde durch die entscheidende Tapferkeit dieses Schuhmachergesellen der Sieg errungen.

Der Schuhmacher Hans Sagan wurde vom Kaiser zum Altgesellen ernannt und geadelt.

Die Verleihungsurkunde ist noch erhalten und lautet:

"Da ihr Schuster durch Euere Tapferkeit bewahret habet meines Kaiserlichen Hauses Ehr und Ruhm, so soll meine Kaiserliche Gnade gegen Euch darin bestehen, dass ihr und alle Schuster den Kaiserlichen doppelten Adler fort und fort auf Schild und Fahne führen sollt."

Das kaiserliche Wappen zeigt im Gegensatz zu allen anderen Handwerkswappen keine Werkzeuge oder Produkte.

Noch heute werden die Sagen, die mit den Wappen der Handwerkszünfte verbunden sind, von den Meistern an ihre Lehrlinge weitergegeben. Denn Tradition verpflichtet und zeichnet das Handwerk und seine Meisterbetriebe aus.